Bischberger Sagen

Die Pfarrersbrücke


Der Röthelbach, der aus den Gaustadter Weihern entspringt; ist heute nur ein kurzes Stück vor seiner Einmündung in die Regnitz zu sehen. Einst war ein Bischberger Pfarrer auf dem Weg von Bamberg nach Bischberg. Da er auf dem langen Weg sehr müde geworden war, setzte er sich auf die Brücke und schlief dort ein. Während er schlief raubten ihn böse Menschen aus und warfen ihn zudem in den angeschwollenen Bach. Später wurde der ertrunkene Pfarrer von Bischberger Bürger tot aufgefunden. Von da an wurde die Brücke über den Röthelbach „Pfarrersbrücke“ genannt.


Die Pfennigsmarter


Vor langer Zeit gerieten zwei Buben aus der Umgebung von Bischberg in große Not. Sie hatten keine Eltern und mussten daher betteln, um überleben zu können. Als wieder ein Tag zu Ende ging, wollten sie Tageseinnahmen teilen. Am Ende blieb aber noch ein Pfennig übrig und jeder von beiden wollte ihn natürlich besitzen. Nun kann ein Pfennig nicht geteilt werden und nur einer kann ihn bekommen. So gerieten die beiden in einen heftigen Streit: Sie verprügelten sich und schlugen derart heftig und lange aufeinander ein, bis sie tot auf dem Boden lagen. Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurde eine Marter aufgestellt. Die erste Marter steht nicht mehr, denn sie zerfiel im Laufe der Zeit. An ihrer Stelle wurde eine neue Marter gesetzt, die auch schon wieder restauriert wurde. Sie wird heute noch die „Pfennigsmarter“ genannt.

 

Als die Zwerge bei Bischberg über den Main zogen


In einer stillen Sommernacht lag tiefe Ruhe über dem Maintal. Der Bischberger Fährmann schlief, als er plötzlich in der Nacht Stimmen hörte. „Fahr über!“ schallte es vom gegenüber liegenden Ufer her. Der Fährmann ging ans Wasser und sah, dass der gesamte Wiesengrund voll von vielen kleinen Männlein waren. Es waren Zwerge, die aus dem Lautergrund vertrieben worden sein sollen. Sie wollten bei Bischberg den Main überqueren und in die Lisberger Gegend ziehen. Der Fährmann nahm seinen Kahn und setzte auf die andere Seite über. Als er den letzten Kahn auf die Bischberger Seite fuhr, dämmerte bereits der Morgen. Der Zwerg mit dem größten Bart fragte den Fährmann, was er denn schuldig sei. „Gib mir einen Hut voll!“, antwortete ihm der Fährmann und er erhielt einen Fingerhut voll. Trotzdem reichte dem Fährmann dieser Lohn für viele Jahre. Die Zwerge aber sah er nie mehr.

 

Der feurige Mann


Einst fuhr ein Bischberger Fischer gegen Mitternacht über den Main. Als er ungefähr in der Mitte des Flusses war, krachte plötzlich der Kahn, Wasser drang hinein und der Kahn drohte zu sinken. . Der Fischer wusste gar nicht, was los war. Da sah er in der Mitte seines Kahnes einen großen feurigen Mann stehen: Der wankte und wich nicht von der Stelle. Der Fischer dachte schon er müsse ertrinken, doch versuchte er alles um den feurigen Mann aus seinem Kahn zu vertreiben. Er begann zu beten, aber auch das half nichts. So fing er fürchterlich an zu fluchen und sofort verschwand der feurige Mann in der Dunkelheit. Jetzt konnte der Fischer ruhig weiterfahren, der feurige Mann aber wurde seitdem nicht mehr gesehen.

 

Das Hündchen


Eines Tages trugen einige Frauen aus Weipelsdorf ein Kind zur Taufe nach Bischberg. Als sie so ihres Weges gingen, sprang auf einmal ein Hündchen vor ihnen her. Eine der Frauen sprach: „Redet das Hündchen nicht an!“. Die anderen taten es aber doch. Sie liefen weiter und das Hündchen sprang immer noch vor ihnen her; manchmal bellte es auch sehr laut. Als die Gruppe sich Bischberg näherte, mussten die Frauen über eine Brücke gehen, die am Ortsrand von Bischberg stand. Da sahen sie, wie das Hündchen plötzlich in den Bach hüpfte. Vom Walde her hörten die Frauen einen furchtbaren Krach. Das Hündchen aber wurde später nie mehr gesehen.


zurück zu "Geschichte"


Impressum - Kontaktformular - letzte Aktualisierung: 02.03.2014